Die Fernsehgewohnheiten der Deutschen

Die Deutschen sind fleißige Fernsehzuschauer. Eine Studie hat ergeben, dass jeder Deutsche pro Tag knapp 170 Minuten fern sieht, also beinahe drei Stunden. Rechnet man das auf die gesamte Lebenszeit von durchschnittlich 75 Jahren hoch, verbringt der deutsche Fernsehzuschauer etwa acht Jahre seines Lebens nonstop vor der Kiste. Bedenkt man, dass er zwischendurch acht Stunden schläft, sind es sogar 13 Lebensjahre, die ein Durchschnittsdeutscher am Bildschirm verbringt.

Wenn man sich dann noch überlegt, dass es bereits einige Menschen gibt, die den Fernseher aus der Wohnung verbannt haben oder täglich nur wenige Minuten sehen, ahnt man andererseits, dass mancher Deutsche praktisch sein halbes Leben vor der Kiste verbringt. Und das, obwohl Kritiker die immer größer werdende Schwemme aus Soap und Reality-TV beklagen.

Doch halt! Eine Umfrage der Fernsehzeitschrift HÖRZU brachte ans Licht: So unkritisch und passiv, wie manche glauben, ist das deutsche Fernsehpublikum nicht.

Zum vierzigsten Jahrestages des Farbfernsehens führte HÖRZU 2006 eine Studie durch, um das Fernsehverhalten der Deutschen zu erforschen. Die Ergebnisse lassen Kulturskeptiker aufatmen.

  • Zappen ist out, gezieltes Fernsehen ist in!
  • Die meisten gaben an, nur noch wenig zu zappen und statt dessen wieder mehr als früher in die Programmzeitschriften zu schauen. Laut Studie sehen Jugendliche inzwischen wesentlich gezielter fern als ihre Eltern. Viele schalten die Kiste nur noch für ganz bestimmte Sendungen an.
  • Überangebot wird wahrgenommen
  • Nur zehn Prozent der Befragten waren der Meinung, es müsse noch mehr Sendungen oder Kanäle geben.
  • Die Deutschen wollen besser informiert werden
  • Über die Hälfte der Befragten hält das Informations- und Nachrichtenangebot des Deutschen Fernsehens für unzureichend. 59 % glauben nicht an das, was ihnen in den Nachrichten erzählt wird. Ebenso viele möchten gern besser informiert werden.
  • 60 Prozent aller Deutschen sagen, das Fernsehen sei dümmer geworden und wünschen sich anspruchsvollere Sendungen.

Quelle: HÖRZU-Umfrage, 2006

Was die Deutschen lieben

HÖRZU hat 2006 auch eine Leserumfrage organisiert, um die fünf beliebtesten Fernsehsendungen der letzten vierzig Jahre zu ermitteln. Besonders der  Ursender Deutschlands konnte sich freuen. Die ARD landete gleich mit drei Sendungen unter den Top Five:

Auf Platz zwei rangiert die Krimiserie  Tatort, auf Platz vier das Kinderprogramm  Die Sendung mit der Maus und

Platz fünf eroberte die bereits abgesetzte Serie  Ein Herz und eine Seele. Die absolute Top-Sendung wird jedoch von RTL ausgestrahlt: 36 Prozent der Deutschen gucken am liebsten die Quizz-Show  Wer wird Millionär mit Günther Jauch. Aber auch das Zweite Deutsche Fernsehen platzierte eine Sendung unter den Top Five. 27 Prozent der Befragten favorisieren die Promi-Sendung  Wetten dass mit Thomas Gottschalk und setzten sie damit auf Platz drei.

Quelle: Welt-online

Top-Surftips zum Thema:

Online-TV-Zeitschriften gibt es inzwischen noch mehr als Fernsehprogramme. Und nicht immer ist am besten, was die Suchmaschine als erstes findet. Auf dem folgenden Portal finden Sie eine gute Übersicht über die TV-Onlineprogramme für das Deutsche Fernsehen: http://www.topsurftips.de

Mars macht mobil und  Hier werden Sie geholfen. An die bekanntesten deutschen Werbesprüche wird auf der folgenden Seite erinnert. http://www.spruecheportal.de

Deutsche Film- und Fernsehpreise

Die Medienmacher in Deutschland haben sich einige Podien geschaffen, um Film- und Fernsehschaffende des Landes in großen Gala-Veranstaltungen zu ehren. Hier die wichtigsten.

Bambi

Das süße Rehkitz in seiner goldenen Ausführung ist die Trophäe, mit der seit 1948 Deutschlands wichtigster Medienpreis verliehen wird. Es gibt zahlreiche Verleihungskategorien, wobei es auch möglich ist, für einen speziellen Anlass eine neue Kategorie zu erfinden. Mit dem Bambi werden u.a. die besten deutschen Fernseh- und Filmschauspieler des Jahres ausgezeichnet. Weitere Verleihungen gibt es in den Kategorien Kultur, Sport und Information.

Internationale Reichweite haben die Preise für die beste Seriendarstellung, das Lebenswerk oder auch die Kategorie  Courage.
Den absoluten Rekord der Bambi-Ehrung erreichte Heinz Rühmann, der ganze zwölf goldene Rehe mit nach Hause nahm, gefolgt von Peter Alexander und O.W. Fischer mit jeweils zehn Verleihungen. Die Bambi-reichsten Frauen waren bisher Sophia Loren mit neun und Maria Schell mit acht Ehrungen.

Der Preis wird jährlich von der Hubert Burda Medien GmbH gestiftet.

Sehen Sie hier die Bilder der letzten Bambi-Verleihung: http://www.bambi.de
Und bei Wikipedia können Sie sich wieder über die bisherigen Bambi-Preisträger informieren: http://de.wikipedia.org

Deutscher Fernsehpreis

Dieser Preis wurde 1999 ins Leben gerufen und ist ganz auf das Geschehen im deutschen Fernsehen zugeschnitten. Fast jedes Fernsehformat wie Serie, Sitcom, Doku und Comedy wird mit einer Preiskategorie bedacht. Natürlich werden auch der beste Fernsehfilm des Jahres, beste Haupt- und Nebendarsteller und viele andere Fernsehschaffende geehrt. 2007 erwählte die Jury Maria Furtwängler und Matthias Koeberlin zu den besten Fernsehschauspielern der Nation.

Zur besten Serie wurde  KDD-Kriminaldauerdienst ernannt. Den Bambi für gute Unterhaltung bekam Stefan Raab für eine Folge seiner Show  Schlag den Raab, in der er nach zähem Kampf gegen seinen Herausforderer verlor. In den frei wählbaren Kategorien wurde die Coaching-Serie  Super-Nanny ausgezeichnet. http://www.deutscherfernsehpreis.de

Deutscher Filmpreis

Der Deutsche Filmpreis, früher  Bundesfilmpreis, wird jährlich mit der Goldenen Lola vergeben. In der Kategorie bester Film gibt es die Trophäe auch in Silber, so dass jährlich zwei bis drei  Beste deutsche Filme ausgezeichnet werden. 2007 bekam der Spielfilm  Vier Minuten die Goldene Lola. Die aufwändige Romanverfilmung  Das Parfüm erhielt zwar  nur die Auszeichnung  Bester Film in Silber, kassierte aber mit den Kategorien Kameraführung, Schnitt, Szenenbild, Kostüm und Ton die meisten Lolas ein.

Der Deutsche Filmpreis wird jeweils im April / Mai in Berlin im Palais am Funkturm verliehen. Einzigartig ist, dass die nominierten Filme einige Wochen vor der Preisverleihung in vielen Städten Deutschlands auf  Lola-Festivals gezeigt werden, so dass die gespannte Stimmung eines Filmfestivals im ganzen Land entstehen kann. http://www.deutscher-filmpreis.de